Im Modulbau müssen Präzision und Montagegeschwindigkeit mit höchsten Dämmwerten einhergehen. Eine der kritischen technischen Herausforderungen ist die Sicherstellung der Dichtheit von Fugen zwischen den Modulen. Selbst kleinste Undichtigkeiten in der Gebäudehülle können zu strukturellen Schäden, Energieverlusten und Feuchtigkeitsproblemen führen.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Auswahl von Materialien, die über Jahrzehnte hinweg elastisch bleiben. In diesem Zusammenhang setzen Butyl-Dichtstoffe aufgrund ihrer Gas- und Wasserdampfundurchlässigkeit sowie ihrer hervorragenden Haftung auf verschiedenen Untergründen den Industriestandard.
Herausforderungen bei der Abdichtung von Modulsystemen
Die Planung von Fugen in vorgefertigten Systemen unterscheidet sich vom traditionellen Bauwesen vor allem durch die Dynamik der Konstruktion. Modulare Verbindungen müssen:
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Maßtoleranzen der Fertigteile ausgleichen.
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Vibrationen standhalten, die beim Transport und bei der Montage entstehen.
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Die Kontinuität der Dampfsperre und der winddichten Ebene gewährleisten.
Anwendung von Butyl-Dichtstoffen in verschiedenen Formen
Butyl ist ein synthetischer Kautschuk, der nicht aushärtet (er ist dauerplastisch), was ihn ideal für arbeitende Fugen macht. Je nach konstruktivem Detail kommen unterschiedliche Formen dieses Materials zum Einsatz:
1. Butylbänder (Streifen)
Dies ist die gängigste Form der Abdichtung für flache Kontaktflächen. Butylstreifen sind unverzichtbar für die Abdichtung von Überlappungen, z. B. bei der Montage von Wandpaneelen oder im Dachbereich.
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Vorteil: Konstante Dichtstoffdicke über die gesamte Länge der Fuge.
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Anwendung: Abdichtung von Dampfsperrfolien, Dachbahnen und Flanschverbindungen.
2. Butylrundschnüre
Rundprofile werden dort eingesetzt, wo ein ausgeprägter Spalt oder eine Nut vorhanden ist.
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Vorteil: Hervorragende Hohlraumfüllung bei gleichzeitig hoher Anfangshaftung (Tack).
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Anwendung: Abdichtung von Lüftungskanälen innerhalb der Module und vertikale Fugen zwischen Vorhangfassaden.
3. Butyl-Dichtmassen (aus der Kartusche oder Schlauchbeutel)
Plastische Massen, die mit der Auspresspistole aufgetragen werden, bieten große Freiheit beim Füllen unregelmäßiger Formen.
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Vorteil: Erreicht schwer zugängliche Stellen und eignet sich für Geometrien mit variablen Querschnitten.
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Anwendung: Abdichtung von Installationsdurchführungen (Elektro, Sanitär) und punktuelle Verstärkung der Dichtheit in Modulecken.
Wichtige Prinzipien bei der Planung von Butyl-Verbindungen
Damit die Butyl-Technologie ihre volle Wirkung entfaltet, muss der Planer drei Grundpfeiler beachten:
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Sauberkeit des Untergrunds: Butyl hat eine phänomenale Haftung, aber nur auf staub- und fettfreien Oberflächen. Unter werkseitigen Bedingungen (Off-site) ist diese technologische Disziplin leichter einzuhalten als auf der Baustelle.
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Mechanischer Anpressdruck: Butyl-Dichtstoffe erbringen die beste Leistung in druckbelasteten Fugen. Bei der Detailplanung sollte ein Anpresselement (z. B. eine Leiste oder Verschraubung) vorgesehen werden, um die Masse unter konstantem Druck zu halten.
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Dimensionierung (Breite-Bewegungs-Verhältnis): Die Breite des Bandes oder der Schnur muss so gewählt werden, dass die Kontinuität der Schicht auch bei den zu erwartenden thermischen Bewegungen der Konstruktion nicht unterbrochen wird.
Die Planung dichter Fugen im Modulbau erfordert einen systemischen Ansatz. Die Verwendung von Butylbändern, -schnüren und -massen ermöglicht die Schaffung einer Barriere, die sowohl langlebig als auch einfach unter kontrollierten Produktionsbedingungen anzuwenden ist. Durch die Wahl von Butyl-Lösungen investieren Sie in die Langlebigkeit des Gebäudes und minimieren das Risiko von Reklamationen durch Wärmebrücken oder Feuchtigkeitseintritt.