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In der heutigen Bau- und Transportindustrie—wo Materialbeständigkeit mit ökologischer Verantwortung einhergehen muss—wird die Suche nach alternativen Rohstoffen zur Priorität. In Anlehnung an die besten Marktpraktiken in der Herstellung spezialisierter Butylverbindungen entwickeln wir ein innovatives Projekt zur Nutzung von Kaugummiabfällen in Dichtungstechnologien.


Charakteristik des Abfalls: Ein globales Problem mit industriellem Potenzial

Kaugummi ist ein Produkt von großer wirtschaftlicher Bedeutung, stellt jedoch zugleich eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar. Herkömmliche Kaugummibasen bestehen aus synthetischen Polymeren, die nahezu vollständig resistent gegen natürlichen Abbau sind.

  • Extreme Beständigkeit: Der Zersetzungsprozess von weggeworfenem Kaugummi kann bis zu 100 Jahre dauern.
  • Ausmaß der Verschmutzung: Schätzungen zufolge entstehen jährlich über 105 Tonnen schwer zu entfernender Abfälle, was etwa 5.000 großen Eisenbahnwaggons entspricht—ein Zug von nahezu 75 Kilometern Länge.
  • Schwierige Entsorgung: Aufgrund der hohen biologischen Beständigkeit erfolgt die Entsorgung bislang durch kostenintensive und umweltschädliche Verbrennung.

Die Eigenschaften, die Kaugummi zu einem problematischen Abfall machen—Elastizität, Hydrophobie und Beständigkeit—werden von uns in Vorteile eines modernen industriellen Rohstoffs umgewandelt.


Anwendung im Modell der Kreislaufwirtschaft: Recycling und Kosteneffizienz

Die Umsetzung der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im Bereich der Baustoffe erfordert einen kreativen Umgang mit Sekundärrohstoffen. Unsere Forschung konzentriert sich derzeit auf Produktionsabfälle, die wir in eine reine Polymerbasis und eine Basis mit Lebensmittelzusätzen unterteilen.

  • Ähnliche Zusammensetzung: Chemisch ist Kaugummi eng mit professionellen Dichtmassen verwandt; seine Hauptbestandteile sind Polyisobutylen, Kolophoniumester sowie mineralische Füllstoffe wie Talkum und Calciumcarbonat.
  • Kosteneffizienz: Die Nutzung dieser Abfälle reduziert den Einsatz teurer Primärelastomere wie Butylkautschuk (IIR). Da es sich um kostengünstige und leicht verfügbare Sekundärrohstoffe handelt, führt dies direkt zu einer deutlichen Optimierung der Rohstoffkosten und einer Senkung des Endproduktpreises.
  • Einzigartiger Mehrwert: Abfälle mit Lebensmittelzusätzen können natürliche Stabilisatoren (Antioxidantien) in die Mischungen einbringen, die die thermische Beständigkeit verbessern und die Migration von Weichmachern reduzieren.

Technologische Herausforderungen: Die Biostabilisierungsbarriere

Obwohl Kaugummiabfälle wertvolle Rohstoffe enthalten, stellt ihre Verarbeitung eine wesentliche Herausforderung dar: das Vorhandensein von Lebensmittelzusätzen wie Aromen, Süßstoffen, Zucker und Geschmacksstoffen.

  • Nährboden für Mikroorganismen: Diese Stoffe sind leicht verfügbare Kohlenstoffquellen und können das Wachstum unerwünschter Mikroflora, insbesondere von Schimmelpilzen und Bakterien, fördern.
  • Betriebsbedingungen: Dichtmassen werden häufig in Umgebungen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit eingesetzt, was die mikrobiologische Besiedlung begünstigt.
  • Risiko der Biodegradation: Das Vorhandensein von Zucker kann zu ästhetischen Beeinträchtigungen sowie zu einer Verschlechterung der technischen Eigenschaften während der Nutzung führen.

Wissenschaftliche Grundlage der Sicherheit

Um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten, wird das Projekt in enger Zusammenarbeit mit einer renommierten Hochschule durchgeführt. Diese Partnerschaft ermöglicht die Verbindung fortschrittlicher Polymerchemie mit Mikrobiologie.

Gemeinsam führen wir umfassende Untersuchungen zur Biodegradation sowie eine präzise Bewertung mikrobiologischer Risiken durch. Dadurch basieren unsere Lösungen nicht auf Annahmen, sondern auf soliden wissenschaftlichen Daten, die jegliches Risiko einer organischen Kontamination im Endprodukt ausschließen.


Laufende Entwicklung: Vielversprechende Forschungsergebnisse

Unser Labor hat erste Rezepturen für Butylmischungen entwickelt, die mit einem 5%igen Anteil an Kaugummiabfällen modifiziert wurden. Tests bestätigen, dass dieses Material die Anforderungen an typische Dichtstoffe im Bauwesen und in der Industrie erfüllt.

Wesentliche technische Parameter der modifizierten Mischungen:

  • Dichte (ISO 1183-1): 1,64 ±0,003 g/cm³
    → Hohe Reproduzierbarkeit und Homogenität
  • Penetration (20°C / 150g, ISO 2137): 47 ±1 (1/10 mm)
    → Vergleichbar mit Standard-Dichtmassen im Bauwesen
  • MVR (140°C / 5 kg; ISO 1133 & ASTM D1238): 47 ±3 ml/10 min
    → Optimale Viskosität und gute Verarbeitbarkeit
  • Schälfestigkeit (180°, 300 mm/min, ISO 8510-2): 41 ±1 N/25 mm (adhäsiv–kohäsives Versagen von PET)
    → Hervorragende Haftung, vergleichbar mit Standard-Butylmassen
  • Statische Scherfestigkeit (20°C, FINAT FTM 8): 28 min
    → Vergleichbar mit typischen Dichtmassen
  • Thermische Stabilität (100°C, 7 Tage, ASTM C772-03): Keine messbare Migration bei 100°C, bleibt klebrig
    → Hohe Temperaturbeständigkeit und minimale Weichmacherwanderung

Diese Ergebnisse zeigen ein hohes Anwendungspotenzial, beispielsweise in technischen Klebebändern oder Abdichtungssystemen für Unterkonstruktionen.


Zusammenfassung und weitere Entwicklung

Die Nutzung von gebrauchten Kaugummiabfällen ist nicht nur ein ökologisches Statement, sondern eine echte technologische Innovation. Unsere weiteren Arbeiten konzentrieren sich auf:

  • Optimierung der Biostabilisierungsprozesse: Einführung neuer Technologien (u. a. Biozide), um das Material unter feuchten Bedingungen vollständig vor Mikroorganismen zu schützen.
  • Erhöhung des Abfallanteils: Maximierung der Recyclingquote bei gleichbleibend stabilen technischen Eigenschaften.
  • Umgang mit Zusammensetzungsvariabilität: Entwicklung von Testsystemen für unterschiedliche Abfallfraktionen zur Minimierung von Schwankungen in der Rohstoffzusammensetzung.

Wir zeigen, dass moderne Dichtstoffe langlebig, leistungsfähig und umweltverantwortlich sein können.


Mehr erfahren

Für weitere Informationen zu unseren Forschungsarbeiten und den Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie kontaktieren Sie uns bitte direkt. Wir freuen uns auf Gespräche über mögliche Kooperationen.